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Stornierungen in einer MLM-Software

Sorry, aber dieses Thema ist doch komplexer wie gedacht, darum ist diese Seite sehr textlastig geworden.

Grundsätzlich sind Stornierungen von Aufträgen/Rechnungen Standardfunktionen in jeder Warenwirtschaft. Auftrag storniert fertig.

Jedoch in einem Network Marketing Unternehmen kann man sich bezüglich des Themas Stornierungen schwindelig reden und denken.

Warum?

Weil auf der Basis der Aufträge Provisionen gezahlt und Karrieren berechnet wurden oder werden.

Wir können Ihnen hier nur Erklärungen bezüglich Stornierungen geben, diese sollen Ihnen helfen eine Entscheidung zu treffen. Es gibt keinen ultimativen Königsweg wie Stornos zu handhaben sind.

Betrachten wir nun ein paar Arten von Bonuszahlungen. Die Karriere lassen wir ganz draußen vor der Tür.

Wenn ein Auftrag storniert wird, und es ist der Bonuslauf noch nicht gelaufen, so ist das kein Problem. Der Auftrag wird entweder gegengerechnet oder er kommt gar nicht in den Bonuslauf.

Erfolgt die Stornierung nach dem Bonuslauf, dann wird es komplex. Sehen wir uns jetzt die Bonuszahlungen an.

Ebenenbonus.

Dieser wird auf die Umsätze der Partner und deren Kunden gezahlt. Oft je nach Karrierestufe mehr oder weniger. Wird ein Auftrag eines Kunden storniert, so ist das Volumen nur eine Teilsumme auf die die Upline Provisionen erhalten hat. Werden 5 mal 5 Prozent gezahlt, so wären dann 25 % der Punkte des Auftrages verlustig. Das nur dann, wenn voll ausgezahlt wird.

Generationsbonus.

Hier besteht das gleiche Problem. Das Volumen ist eine Teilsumme des offenen Volumens auf das der Bonus gezahlt wird. Werden 3 mal 5 Prozent gezahlt, so wären dann 15 % der Punkte des Auftrages verlustig. Das nur dann, wenn alle Generationen ausgezahlt werden.

Differenzbonus.

Hier ist entscheidend wie der Differenzbonus ausgezahlt wird. Wird er als Gesamtsumme auf die Downline berechnet, so ist das Stornovolumen wieder eine Teilsumme. Wird jede Auftragsposition einzeln abgerechnet, so ist die Einzelaufstellung der Abrechnungsdaten für die Partner zwar erheblich länger, jedoch kann damit schon ein Ansatz gefunden werden das korrekte Geld zurück zu holen wenn der Bonuslauf gelaufen war. Hier muss man nur auf die höchsten Prozente in der Upline des Stornierers sehen, das sind die Prozente die verlustig sind. Sagen wir 35 %, die sind dann weg.

Pools vom Weltumsatz.

Hier ist das Stornovolumen wieder eine Teilsumme. Diese Pools werden meist mit 1 bis 3 % von Weltumsatz bedient, somit kann man die vergessen, es ist ärgerlich, aber das kann nicht weh tun.

Fast Start Bonus.

Hier werden meistens hohe Prozente gezahlt, und das ist schon ärgerlich. Nur wenn im Folgemonat nach dem Bonuslauf storniert wird, und der Fast Start Bonus ist zu ende, so kann kaum das korrekte Geld zurückgeholt werden.

Bonus auf Stufengleich.

Auch hier kann das Problem entstehen, dass im Folgemonat der Bonuszahlung dieser Bonus nicht gezahlt wird, denn oft wird der Partner auch noch durch Stornos in der Stufe heruntergesetzt.

Diese Liste kann mit jeder Bonusart erweitert werden. Hinzu kommt, dass durch einen später stornierten Auftrag in der Upline die Karriereren in Gefahr kommen können, wenn die Downline Umsätze entsprechend der Karriestufen grenzwertig sind. Wir haben schon oft genug gesehen, dass durch dicke Stornos in Folgemonaten ganze Uplines Karriereprobleme erhalten haben. Die Partner rufen in der Firma an, gestern hatte ich noch satte Punkte in der Downline heute sind die weg. Was macht ihr da? Warum nehmt ihr mir die Umsätze weg. Und viele andere unangenehme Dinge müssen sich die Damen und Herren der Hotline im Vertrieb anhören. Bis hin zu Behauptungen, dass Strukturen geändert werden.

Haben Sie oft Stornos in nicht kleinen Summen, und solchen oder ähnlichen Ärger, dann müssen Sie sich selber prüfen. Was machen wir falsch, dass so viele Stornos kommen?

Nun ein paar Gedanken wie dem Gegenzusteuern ist.

Geben Sie noch nicht bezahlte Aufträge zur Provision frei? Dann stellen Sie das sofort ab. So etwas kostet Ihnen zu viel Arbeit und ist zu teuer in der Bearbeitung. Reduzieren Sie Ihre versteckten Lohnkosten. Erst wenn das Geld unwiderruflich bei Ihnen ist, dann wird der Auftrag so gestellt, dass auf ihn Provisionen gezahlt werden können.

Termin Provisionsabrechnung.

Lassen Sie die Provision vor dem Ablauf der letzten Widerrufsfrist des letzten Auftrages im Abrechnungsmonat laufen? Wenn ja. Stellen Sie das sofort um. Auch wenn Sie es noch so gut mit Ihren Partnern meinen. Sie erzeugen dadurch zu viele versteckte Kosten. Ich habe bei einem Kunden erlebt, der vollkommen glücklich war, weil zum Ende eines Monats sein Umsatz fast explodiert war. Es sagte, super, in Köln ist eine total aktive Linie, so was habe ich noch nicht erlebt. Hier kommen in der letzten Monatswoche massiv Aufträge. Nur diese Linie hatte ein Provisionsvolumen von über 30.000 bis 40.000 €. Die Provisionen wurden ausgezahlt. Dann kamen die ganzen Produkte zurück. Er musste das Geld zurückzahlen. Von den Partnern der „aktiven Linie“ hörte er nichts mehr und es war auch bei denen kein Geld zu holen. Da hatten sich welche zusammengetan um den Vertrieb zu schädigen. Das ist kein Einzelfall.

Also ganz im Ernst:

Die finale Provisionsabrechnung erst dann laufen lassen, wenn alle Widerrufsfristen der Lieferungen aus dem Abrechnungsmonat abgelaufen sind.

Dazu die AGB anpassen (keine Rechtsberatung – fragen Sie Ihren Anwalt wie es bei Ihnen korrekt ist). Sagen Sie ihm, dass Sie es so haben möchten, wenn jemand NACH dem Ablauf der Widerrufsfrist Waren zurücksendet, dass er dann nicht das ganze Geld zurückerhält, sondern das Geld gekürzt um die ausgezahlten Provisionen. So müssen Sie nicht die Provisionen zurückfordern. So bekommen Sie Ruhe in Ihren „Stall“.

Wir machen Software, darum ein paar Lösungen wie mit Stornierungen umgegangen werden könnte, die nach dem Bonuslauf erzeugt werden.

Zuerst zum Stornieren selbst ein paar Gedanken. Ihre Software sollte bei einer Stornierung die Originalrechnung unverändert lassen und eine neue Stornorechnung erzeugen.

Dazu sollten Sie beim Stornieren bestimmen können, ist mit diesem Storno auch die Ware verlustig, oder ist die Ware zurückgekommen. Die Software muss beim Stornieren entsprechend die Lagerbuchungen ausführen.

Einfache Lösung.

Die Stornos werden als Minus entsprechend der aktuellen Struktur und den Karrierestufen in Abzug gebracht. Das trifft im Folgemonat oft die Falschen und die Karrierestufen könnten negativ beeinflusst werden.

Komplexere Lösung.

Die Abrechnung holt sich aus der alten Abrechnung die Karrierestufen und rechnet die Stornos als Minus entsprechend der aktuellen Struktur jedoch mit dem Karrierestufen des Vormonats zurück. In diesem Fall würde das Karrieresystem nicht negativ beeinflusst.

Die ganz edle Lösung.

Wenn auf einem Umsatz Provisionen gezahlt werden, so wird intern gespeichert, wer hat auf diesen Umsatz welche Provision in welcher Höhe erhalten. Wird nun ein Auftrag nach dem Bonuslauf storniert, so holt das Programm die Datensätze und berechnet das denjenigen als Minus in die Abrechnung rein. In diesem Fall würde das Karrieresystem nicht negativ beeinflusst.

Hand aufs Herz.

Wenn Sie viele Probleme mit Stornos haben, dann stimmt bei Ihnen etwas nicht. Wenn Sie Ihre Abläufe und Termine wie hier erklärt koordinieren, dann sollte das Thema Storno Sie nicht interessieren. Wenn in einem Monat ganz wenige Stornos NACH der Widerrufsfrist kommen, dann würde ich mir überlegen, lohnt sich der Aufwand? Um wie viel Geld an Provisionen geht es? Wie hoch ist der Arbeitsaufwand bei uns? Rechnen Sie. Bei Kleinbeträgen ist oft ein Nichtstun preisgünstiger als Arbeitszeit zu investieren.

Ein Tipp von uns und erfahrenen Inhabern von Networkunternehmen.

Wir würden jeden Kunden der nach der Widerrufsfrist ein Storno produziert schon beim ersten Storno so stellen, dass er im Shop nur noch per Vorab-Überweisung kaufen kann. Alle anderen Zahlungsarten sollte er nicht auswählen können. In seinen Kundendaten einen Vermerk hinterlegen, der Vermerk muss bei seinen Stammdaten, bei jeder Rechnung und jedem seiner Abos oben deutlich zu sehen sein. „Provisionen erst nach 6 oder 8 Wochen zur Auszahlung freigeben, Stornospezialist“. Dann ihn auf Wiedervorlage stellen, so haben Sie damit Ruhe.